Der zurückliegende Monat war geprägt von spannenden Workshops, Exkursionen und vielfältigen Begegnungen. Um jedes einzelne Ereignis ausführlich zu beschreiben, fehlt der Platz – dennoch möchten wir einige Impulse zeigen, die unsere Studierenden im Mai erleben konnten.
Den Auftakt machte ein Seminar mit Sebastian Mende (Weimar), der den Studierenden die Welt des historisch informierten Streichinstrumentenbaus näherbrachte. Anhand von Literatur und ikonografischen Quellen berichtete er über historische Bauweisen, darunter furnierte Griffbretter und angenagelte Hälse.
Kurz darauf durften wir Jost von Huene (Dresden) für einen mehrtägigen Praxisworkshop im Bereich der Schellackpolitur begrüßen. Neben verschiedenen Auftragstechniken wurden Materialien und Besonderheiten unterschiedlicher Hölzer besprochen und praktisch erprobt.
Im Rahmen des Grundlagenstudiums sind bei uns auch die Holzbestimmung und der Aufbau von Hölzern implementiert. Besonders hat es uns gefreut, dass die Studierenden des ersten Jahres eine Exkursion nach Tharandt an die Außenstelle der TU Dresden erleben durften, um dort Präsenzunterricht mit Dr. Björn Günther vor Ort zu erfahren.
In Markneukirchen ist der Mai jedes Jahr etwas Besonderes: Im Rahmen des Internationalen Instrumentalwettbewerbs besuchen zahlreiche Musiker die Stadt, um sich im Wettbewerb zu messen. Auch wir öffneten wieder unsere Türen und konnten viele Interessierte in unserem Haus begrüßen.
Besonders gefreut hat uns außerdem der Besuch von sieben Schüler des Gymnasiums Markneukirchen, die im Rahmen der „Experimentierräume“ des Vogtlandkreises für zwei Tage den Streichinstrumentenbau kennenlernen durften. Es wurde gehobelt, geschnitten, gesägt und gebogen – und hoffentlich auch ein Impuls für die eigene Berufswahl gegeben.
Der Austausch mit anderen Schulen des Musikinstrumentenbaus ist für uns ebenfalls ein wichtiger Aspekt. Deshalb war es für uns selbstverständlich, die Schüler:innen des Zupfinstrumentenbaus aus Mittenwald willkommen zu heißen. Wir konnten ins Gespräch kommen, unsere Studienmöglichkeiten präsentieren und Instrumente unserer Sammlung diskutieren.
Ein weiteres Highlight war der Besuch von Projektpartnern aus Norwegen. Gemeinsam mit Forschenden, Lehrenden und Musiker arbeiten Mitarbeitende unseres Hauses derzeit an der Dokumentation der „Langeleik“, eines traditionellen norwegischen Volksinstruments, mit dem Ziel, kulturelles Wissen zu bewahren. Im Rahmen einer internen Tagung wurden Ideen entwickelt, Impulse gegeben und gemeinsam neue Perspektiven diskutiert. Wir sind gespannt, wie sich das Projekt weiterentwickeln wird.
Den Abschluss eines ereignisreichen Monats bildeten zwei Exkursionen. Die Studierenden des ersten Semesters besuchten gemeinsam das Grassi Museum in Leipzig und konnten dort einen Blick hinter die Kulissen werfen. Dr. Veit Heller und Markus Brosig führten durch die Werkstätten, die Schausammlung und die Sammlung Freiberger Instrumente in Form von Nachbauten. Zudem wurden spannende Aspekte musealer Arbeit thematisiert.
Die zweite Exkursion führte die Masterstudierenden gemeinsam mit Prof. Ziegenhals nach Dresden. An der Technischen Universität besichtigten sie die akustische Abteilung der Professur für Akustik und Haptik mit ihren Laboren, außerdem unter anderem den Windkanal der Professur für Flugmechanik und Flugregelung. Den Abschluss bildete der Besuch des Instituts für Holztechnologie Dresden (IHD), wo Arbeitsweisen und aktuelle Projekte vorgestellt wurden.
Der Mai hat erneut gezeigt, wie vielfältig und lebendig das Studium in Markneukirchen ist. Zwischen handwerklicher Praxis, wissenschaftlichem Austausch, internationalen Begegnungen und spannenden Exkursionen konnten unsere Studierenden wertvolle Erfahrungen sammeln und neue Perspektiven gewinnen. Mit vielen Eindrücken, Ideen und Inspirationen blicken wir nun gespannt auf die kommenden Monate.