Im Fokus standen zwei Fachvorträge sowie mehrere Posterbeiträge, die die Bandbreite der Aktivitäten in Zwickau zeigen.
Zwei Vorträge zu industrieller Gas-Sensorik und biomedizinischer Bildgebung
Clemens Richter stellte ein kompaktes Lasersystem vor, das giftige Blausäure (HCN) direkt während der Lebensmittelverarbeitung in Echtzeit messen kann. Entwickelt wird die Technologie gemeinsam mit dem Forschungs- und Transferzentrum (FTZ e.V.), der Ölmühle Dörnthal, dem Institut für Umweltanalysen (IfU) sowie der COVAC Elektro und Automation GmbH. Das mobile Messsystem erkennt selbst kleinste Gasmengen zuverlässig und ohne Störungen – und ermöglicht so erstmals eine kontinuierliche Überwachung direkt im Produktionsprozess. Damit erhöht die Lösung die Sicherheit, vereinfacht die Prozesskontrolle und schafft neue Möglichkeiten für eine effiziente Lebensmittelproduktion.
Weiterführende Informationen zum Vortrag: DFB laser diode-based inline real-time detection of hydrogen cyanide as a trace gas | SPIE Photonics Europe
Jonas Golde präsentierte einen Ansatz zur specklereduzierten Bildgebung von Lungengewebe mittels optischer Kohärenztomografie (OCT). Die Methode kombiniert mehrere Aufnahmen aus unterschiedlichen Winkeln zu einem hochaufgelösten Volumenbild, ohne dass die genaue Orientierung der Probe bekannt sein muss. Dadurch verbessert sich der Kontrast feiner Gewebestrukturen deutlich, was insbesondere für die Analyse krankheitsbedingter Veränderungen relevant ist. Die Forschung leistet damit einen Beitrag zur besseren Charakterisierung biologischer Gewebe und zur Weiterentwicklung bildgebender Verfahren in der Medizin.
Weiterführende Informationen zum Vortrag: Angular-compounding optical coherence tomography for speckle-reduced imaging of precision-cut lung slices | SPIE Photonics Europe
Von Hochleistungslasern bis Medizintechnik: Poster zeigen breite Photonik-Kompetenz
Ergänzend zu den Vorträgen präsentierte die Arbeitsgruppe mehrere Posterbeiträge zu konkreten Forschungsthemen:
- Keramische Faser-Kombinerplattform zur effizienten Kopplung mehrerer Hochleistungslaser unterschiedlicher Wellenlängen
- Faserendoskopische Sonde zur minimalinvasiven spektroskopischen Gewebeanalyse
- Hochauflösendes Gitterspektrometer für kostengünstige VCSEL-basierte Gassensorik
- Hochempfindliches, cavity-verstärktes Messsystem für Spurengase im mittleren Infrarot
- Optische Hochgeschwindigkeitsmesstechnik zur 3D-Oberflächencharakterisierung in der kontinuierlichen Produktion
Starke Kooperationen als Grundlage der Forschung
Die präsentierten Arbeiten entstanden in enger Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS sowie dem Forschungs- und Transferzentrum e.V. (FTZ). Diese Kooperationen ermöglichen es, Grundlagenforschung, angewandte Entwicklung und industrielle Umsetzung gezielt miteinander zu verbinden und innovative Lösungen schneller in die Praxis zu überführen. Die WHZ betreibt in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS das Fraunhofer AZOM in Zwickau. Der FTZ e.V. ist durch einen Kooperationsvertrag ebenfalls eng mit der WHZ verknüpft.