Pressemitteilung

WHZ erhält eine Million Euro für Ausbau der EMV-Forschung in Zwickau

Am Zentrum für Kraftfahrzeugelektronik der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) entsteht ein neues Untersuchungssystem für sichere Fahrzeugelektronik.

Beispiel einer Modenverwirblungskammer. Ein baugleiches Modell entsteht aktuell am Zentrum für KFZ-Elektonik der WHZ. (Foto: Marc le Roy/Comtest Engineering)
Beispiel einer Modenverwirblungskammer. Ein baugleiches Modell entsteht aktuell am Zentrum für KFZ-Elektonik der WHZ. (Fotos: Marc le Roy/Comtest Engineering)

Die Anforderungen an die Sicherheit moderner Fahrzeuge steigen rasant. Vernetzte Systeme, automatisierte Fahrfunktionen und neue Kommunikationsstandards wie 5G machen die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) zu einem zentralen Zukunftsthema. Die Westsächsische Hochschule Zwickau erhält dafür jetzt Rückenwind: Aufgrund einer positiven Begutachtung durch die die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördern Bund und Land die langjährige EMV-Forschung mit rund 1 Million Euro.

Aufbau einer Modenverwirbelungskammer

Im Mittelpunkt steht der Aufbau eines neuen EMV-Untersuchungssystems für vernetzte Fahrzeugelektroniken. Die Förderung umfasst reine Investitionsmittel und fließt in den Aufbau einer sogenannten Modenverwirbelungskammer am Zentrum für Kraftfahrzeugelektronik (ZKE). Dafür wurde eine bestehende Messkabine zurückgebaut; die baulichen Anpassungen laufen bereits. Der Probebetrieb ist für Juni/Juli geplant. In der neuen Infrastruktur können künftig Störfestigkeitsprüfungen auf Komponentenebene durchgeführt werden. Ziel ist es, die Zuverlässigkeit automatisierter Fahrfunktionen weiter zu verbessern. 

Die zirka 5 × 4 × 3 Meter große Kammer erzeugt ein statistisch homogenes elektromagnetisches Feld und bildet reale Störumgebungen nach. Dadurch lassen sich EMV-Tests effizienter durchführen. Das gewinnt insbesondere in der Automobilindustrie an Bedeutung, da die für die automatisierten -Fahrfunktionen notwendigen Kommunikationssysteme immer höhere Frequenzbereiche nutzen und die Anforderungen an robuste Elektronik damit weiter steigen.

Relaitätsnahe Simulation

Die Forschungsgruppe „Automobilelektronik und EMV“ am Forschungs- und Transferzentrum e. V. (FTZ) an der WHZ, unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Matthias Richter, arbeitet seit vielen Jahren an Lösungen, um Kommunikations- und Antriebssysteme auch unter Störeinflüssen zuverlässig zu betreiben. „Mit dem neuen System – bestehend aus einer sogenannten Modenverwirbelungskammer und moderner Prüftechnik – können elektromagnetische Einflüsse realitätsnah simuliert und neue Mess- und Prüfmethoden entwickelt werden.“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Matthias Richter, Leiter der Forschungsgruppe.
Die Investition stärkt nicht nur die Forschung am Standort Zwickau, sondern hat auch direkte Relevanz für die Industrie. Die Ergebnisse fließen in internationale Normen ein und unterstützen Unternehmen dabei, sichere und leistungsfähige Fahrzeugtechnologien zu entwickeln. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Mobilität der Zukunft – und zur Wettbewerbsfähigkeit der Automobilregion Sachsen.

Der FTZ e.V.

Der Forschungs- und Transferzentrum e. V. (FTZ) an der Westsächsischen Hochschule Zwickau versteht sich als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Ziel ist es, Forschungsergebnisse schnell in industrielle Anwendungen zu überführen, Innovationen zu fördern und Unternehmen bei technologischen Herausforderungen zu unterstützen. Grundlage dafür ist ein enger Kooperationsvertrag mit der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ), der die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur, Know-how und Personal ermöglicht. Im Jahr 2025 erzielte das FTZ Forschungseinnahmen in Höhe von rund 2,58 Mio. Euro – ein Plus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 

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