Exzellente Lehre steht im Mittelpunkt der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ). Im Jahr 2026 wurde der hochschulinterne Lehrpreis zum neunten Mal vergeben. Die Jury zeichnete zwei herausragende Lehrkonzepte aus, die durch innovative didaktische Ansätze, starken Praxisbezug und eine aktive Einbindung der Studierenden überzeugen. Die Preisträger sind Prof. Kristin Laass M.A. und Prof. Dr.-Ing. Christian T. Erbsmehl.
Der Lehrpreis der WHZ würdigt besonderes Engagement in der Lehre und fördert die Weiterentwicklung von Lehrkonzepten. In diesem Jahr fiel die Entscheidung auf zwei Konzepte, die beide das Ziel verfolgen, theoretisches Wissen nachhaltig in anwendbare Kompetenzen zu überführen.
Interdisziplinäre Fahrzeugentwicklung im Fokus
Prof. Kristin Laass M.A. wurde für ihr Lehrkonzept „Design-Technik-Konvergenzprozess in der Fahrzeugentwicklung" ausgezeichnet. In diesem Format entwickeln Studierende gesellschaftlich relevante Mobilitätskonzepte, bei denen Gestaltung, technische Machbarkeit, rechtliche Anforderungen und konstruktive Umsetzung miteinander verknüpft werden. Ausgehend von einer eigenen Zieldefinition entstehen in iterativen Prozessen Entwurfsvarianten für die Fahrzeugentwicklung, die bis zu einem physischen Modell und einer Prozessdokumentation geführt werden.
Die Lehrpreisjury hob insbesondere die modulübergreifende Anlage und die interdisziplinären Aspekte hervor. Die Verbindung von Technik und Design eröffne eine praxisorientierte Perspektive und schaffe Raum für kreative Problemlösungen. „Die sichtbaren Ergebnisse der Studierenden unterstreichen die Stärke des Ansatzes und sprechen dafür, dass das Konzept Lernprozesse in besonderer Weise anregt", so das Fazit der Jury.
Diagnosewand als didaktisches Werkzeug
Den zweiten Lehrpreis erhielt Prof. Dr.-Ing. Christian T. Erbsmehl für sein Konzept „Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis – Ganzheitliche Kompetenzentwicklung durch Anwendung des Kolb-Lernzirkels an einem vernetzten Schulungsstand". Kernstück ist eine interaktive Diagnosewand, die die komplexe Fahrzeugvernetzung eines VW Golf in einem 2D-Aufbau sichtbar und messbar macht. Die Studierenden verbinden theoretische Grundlagen mit praktischen Messungen und eigenständiger Fehlersuche.
Die Jury würdigte besonders, dass mit dem Schulungsstand eine technische Ausstattung entwickelt wurde, die als integraler didaktischer Bestandteil wirksam wird. Zudem verbessert der Aufbau die Barrierefreiheit erheblich, da Messpunkte leicht zugänglich sind und Signale groß dargestellt werden. Das besondere Engagement von Prof. Erbsmehl bei der Entwicklung des Lehrmaterials sowie die Einbindung der Laboringenieure wurden ausdrücklich anerkannt. Die Jury attestierte dem Konzept ein sehr hohes Potenzial für wirksame und nachhaltige Lernerfahrungen der Studierenden.