Assistent der Geschäftsführung, INTEMA GmbH & Co. KG
Textile Strukturen und Technologien, Bachelor of Engineering
(2020 - 2024)
Die Lehrenden haben uns super unterstützt und mit Leidenschaft erklärt, wie vielfältig die Welt der Textilien ist.
Hallo Tom, du hast Textile Strukturen und Technologien an der WHZ studiert. Aus welchem Grund hast du diesen, doch eher unbekannten, Studiengang gewählt?
Ganz einfach - das liegt bei mir in der Familie. Mein Opa und auch meine Eltern waren schon in der Textilindustrie tätig. Ich selbst habe früher im Vertrieb gearbeitet. Leider hat COVID mein damaliges berufliches Umfeld ins Wanken gebracht. Dadurch bin ich in die Firma meiner Familie in Magdeburg eingestiegen – zunächst als Vertriebler. Schnell wurde mir aber klar, dass die textile Welt ziemlich vielschichtig ist und ich unbedingt mehr über die Produkte wissen sollte, die ich verkaufe.
Und was hat dich dann bewogen, als Studienort Zwickau zu wählen?
Ich habe recherchiert, wo man Technische Textilien studieren kann und bin auf die WHZ in Zwickau gestoßen. Diese lag geografisch für mich nicht nur am nächsten, sondern hat auch einen super Eindruck auf mich gemacht. Die Website war sympathisch und für mich hat es sich sofort richtig angefühlt. Dann habe ich hochmotiviert mein Studium gestartet, mit dem Ziel, tiefe Einblicke in die Welt der technischen Textilien zu gewinnen.
Haben sich deine Erwartungen an das Studium erfüllt?
Absolut! Die Professoren hier sind echt enthusiastisch und offen für neue Themen, das hat mich beeindruckt. Die Lehrenden haben uns super unterstützt und mit Leidenschaft erklärt, wie vielfältig die Welt der Textilien ist. Vor allem die Themen im Bereich Smart-Tex, also die Kombination von Elektrotechnik und Textilien, haben mich absolut gepackt. Ich konnte Textilien ganz neu denken. Man kann Textilien in der Medizin nutzen, um z.B. den Puls von Patienten zu überwachen. Durch dieses Wissen habe ich wirklich Lust bekommen, in Zukunft auch bei uns in der Firma innovative Produkte zu entwickeln, die eine richtige Neuerung in unserer Branche wären.
Du hast vor einigen Wochen deine Bachelorarbeit abgegeben. Wenn du jetzt auf das Studium an der WHZ zurückblickst – wie fandest du die Mischung aus Theorie und Praxis?
Die ersten Semester drehten sich fast nur um die Ingenieursgrundlagen – Technische Mechanik, Mathematik, Physik, Chemie. Das war etwas trocken, aber es gehört eben dazu. Zu diesem Zeitpunkt lag mein Schulabschluss bereits fünf Jahre zurück, und ich hatte nur noch begrenzte Erfahrung im Erlernen theoretischer Grundlagen. Dennoch war ich erfolgreich. Wir haben uns zum Lernen oft mit Kommilitonen getroffen – dafür gibt es in Zwickau richtig schöne Plätze. Wir saßen zum Beispiel gern draußen am Schwanenteich oder in gemütlichen Cafés.
Wie sehen deine Pläne und Ziele aus, nachdem du deinen Abschluss in der Tasche hast?
Ich werde erst einmal in unserem Familienunternehmen, der INTEMA GmbH & Co. KG, bleiben. Hier gibt es viele Aspekte, die angepasst werden müssen. Als Nächstes kommt die Optimierung der Prozesse, die ich als Fertigungsleiter angehen werde.
Das klingt nach anspruchsvollen Aufgaben. Denkst du, dass dich das Studium an der WHZ gut darauf vorbereitet hat? In welchen Bereichen kannst du das Wissen am besten einbringen?
Das kommt auf den Fachbereich an. In Bereichen wie technische Komponenten, der Chemie von Textilien, der Gewebeherstellung und den mechanischen Eigenschaften sowie bei Qualitätsprüfungen und DIN-Normen kann ich mein Wissen voll anwenden. Diese Kompetenzen sind in unserem Betrieb noch nicht vollständig ausgereift, und da ist es wichtig, dass ein Textilingenieur Fachwissen und zuverlässige Fakten einbringt. Es kommt eben oft darauf an, fundiert zu beurteilen und nicht nur zu schätzen – und dabei hilft mir das Wissen aus dem Studium sehr. Bei der technischen Konfektion, die sehr in der Praxis verankert ist, lasse ich lieber unseren Experten mit jahrelanger Erfahrung den Vortritt.
Eine abschließende Frage: Was war dein Lieblingsort in Zwickau und warum?
Definitiv der Schwanenteich. In der warmen Jahreszeit ist dieser sehr belebt. Man sieht Menschen die Joggen, viele Familien und Studierende, die dort entlangspazieren oder einfach abhängen. Ich war oft mit meinen Kommilitonen dort; wir haben uns auf die Wiese gelegt und abends sind wir dann gern weiter in den Studentenclub, entweder ins Tivoli oder null13. Mittlerweile gibt es am Schwanenteich einen richtig coolen Gastro-Bereich. Es gibt dort auch Kaffee, Donuts oder Snacks und man kann sich in einen Liegestuhl legen – ideal, um mal komplett abzuschalten. Ein weiterer Lieblingsort von mir war der Weißenborner Wald. Mitten in der Natur gibt es einen Outdoor-Fitnessbereich, umgeben von Bäumen und einem kleinen Bach. Hier konnte ich in der Sonne Krafttraining machen und abschalten. Ich war bestimmt alle zwei Tage dort – eine super Abwechslung zum Studium!
Das Interview gibt es auch als Video auf Youtube