Kateryna Horodnianska - Instrumentenanalyse

Analysemodul - Sommersemester 2026

In dem im Rahmen des Moduls wurde eine umfassende dokumentarische und technische Analyse der ukrainischen Gusli durchgeführt, die sich im Bestand des Musikinstrumenten-Museums Markneukirchen befindet. Die Inventarnummer des Instruments lautet MMM 0838.

Das Instrument stammt aus der ukrainischen Hafenstadt Odessa und gelangte im Jahr 1892 in das Museum. Es wurde als seltenes Exemplar der ukrainischen Gusli-Tradition identifiziert, das bautechnisch als Dawydow-Harfe klassifiziert wird. Die Konstruktion wurde detailliert untersucht. Der Korpus besteht aus Eschenholz, wobei die Decke und der Boden mit Holznägeln an den Zargen befestigt sind. Es wurden verschiedene Holzverbindungstechniken wie Schwalbenschwanz- und Zinkenverbindungen sowie interne Verstärkungsleisten und Stimmstöcke dokumentiert.

UV-Fotografie konnte nachgewiesen werden, dass die Bemalung original erhalten ist und keine späteren Retuschen vorliegen. Eine Besonderheit stellen chinesische Glücksmünzen aus dem 19. Jahrhundert dar, die an der Bass-Zarge befestigt sind. Zudem wurde die seltene, paarweise Anordnung der Saiten (insgesamt 41 Wirbel) vermessen und dokumentiert. Das Projekt beinhaltete Vergleiche mit ähnlichen Instrumenten aus Museen in Kyjiw. Basierend auf den gewonnenen Daten wurden konkrete Empfehlungen für einen möglichen Nachbau oder eine Rekonstruktion des Instruments erarbeitet, insbesondere hinsichtlich der Saitenabstände und der Konstruktion des Steges