Maren Wieding - Bau zweier Bögen

Semesterarbeiten - Sommersemester 2026

Wir haben uns dieses Semester mit Klassikbögen beschäftigt. Auf den Spuren von Tourte, Dodd und Meauchand haben wir uns mit verschiedenen historischen Bauweisen befasst und diese teils möglichst genau nachgebaut, teils ein wenig angepasst. 

Die Klassik-Epoche gilt im Bogenbau auch als Übergangzzeit von Barock zu Modern. Das spiegelt sich auch in der  Gestaltung z.B. von Beinchen und Kopf wieder. Wärend das Dodd Model eher kompakt wirkt, sind die Köpfe von Tourte und Meauchand  elegant und filigran. Auch die Beinchen unterscheiden sich stark. Bei Dodd handelt es sich um ein acht- eckiges Beinchen, welches den modernen Beinchen nicht unähnlich ist, sich nur im Material unterscheidet. Das Meauchand Beinchen im Gegensatz ist aufwendig gedrechselt. 

Beim Material habe ich mich bei der Stange bei beiden Bögen für Eisenholz entschieden. Für den Meauchand Frosch und Beinchen habe ich Knochen gewählt. Damit die Kopfplatte dazu passt, ist diese ebenfalls aus Knochen.

Das Dodd- Beinchen habe ich zwar ebenfalls aus Knochen gefertigt, allerdings habe ich mich hier beim Frosch für Ebenholz entschieden. Da der Originalfrosch aus Elfenbein bzw. Mamut ist, musste ich den Ebenholz Frosch etwas stärker lassen, um auf ein ähnliches Gewicht zu kommen. Dadurch kann das Haarlager theoretisch etwas breiter gestaltet werden und es wäre möglich einen etwas stärkeren Bezug zu verwenden, als es sonst bei Klassikbögen der Fall ist. Das wiederum kann Musikern entgegenkommen, die an moderne Bögen gewöhnt sind und trotzdem gerne mal etwas Klassisches ausprobieren möchten, ohne sich zu sehr umstellen zu müssen.

Die Entwicklung des Bogenbaus durch den Nachbau historischer Bögen nachzuvollziehen finde ich einen sehr wichtigen Ansatz. Genauso wie das nachvollziehen verschiedener Arbeitsmethoden. Dadurch konnte ich mein eigenes Arbeiten weiter bringen und verbessern.