Am 27.11.2025 war der Berliner Violinist und Forscher Matthias Hummel zu Gast im Studiengang Musikinstrumentenbau. In seinem Vortrag widmete er sich der reichen, aber häufig unterschätzten Tradition des vogtländischen Bogenbaus. Er spannte einen Bogen von bekannten Namen wie Knopf, Nürnberger, Pfretzschner und Rau, die bereits durch einschlägige Publikationen gewürdigt wurden, hin zu den Werkstätten der Familien Dürrschmidt, Heberlein, Hoyer, Penzel, Prell, Steinel, Stöhr, Wunderlich oder Winkler, zu denen es noch Fragen oder auch interessante Erkenntnisse gibt.
Hummel legte besonderen Wert darauf, die Geschichten hinter den Persönlichkeiten und den Bogenmacherfirmen sichtbar zu machen – Geschichten von Handwerkern, die mit ihren Bögen, aber auch durch ihre eigene Wanderschaft Wissen in die Welt trugen und neues zurück ins Vogtland brachten. Dabei wies er auch auf die Vielfalt der Produktionsformen hin: Nicht jeder Bogen entstand auf höchstem Meisterschaftsniveau, doch gerade das Zusammenspiel aus Arbeitsteilung und einer ausgeprägten regionalen Fabrikation prägt den unikalen Charakter des vogtländischen Bogenbaus. Obwohl ihre Arbeiten heute weltweit gespielt werden, kennen viele Musikerinnen und Musiker die kleinen Herkunftsorte im Musikwinkel, etwa Sohl, Erlbach, Freiberg oder Hohendorf, kaum noch.
Besonders freute sich der Studiengang darüber, neben den Studierenden auch mehrere erfahrene Bogen- und Geigenbaumeister begrüßen zu dürfen. Die Gäste waren Reinhard Bönsch, Albert Nürnberger, Rüdiger Pfau, Frank Schlegel und Michael Dölling.