Rund 80 Zuschauerinnen und Zuschauer erlebten gestern den Dokumentarfilm „A Human Ride“ und beeinflussten das Bild mittels Fahrradgeneratoren direkt selbst.
Podiumsdiskussion: Technik oder Gewohnheit?
Im Anschluss an den Film von Regisseur Kristian Gründling, der Mobilität aus einer sehr menschlichen Perspektive beleuchtet, diskutierten Experten und Akteure der Region in einer 30-minütigen Podiumsrunde über die Übertragbarkeit auf Zwickau. Die Debatte machte schnell deutlich, dass die „Verkehrswende“ kein rein technisches, sondern vor allem ein gesellschaftliches Thema ist.
Wissenschaft & Gewohnheit: WHZ-Rektor Prof. Dr. Stephan Kassel betonte, dass in Zukunft neben alternativen Verkehrsträgern die Veränderung unserer alltäglichen Gewohnheiten im Vordergrund stehen.
Stadtplanung in der Praxis: Baubürgermeisterin Silvia Queck gab Einblicke in den aktuellen Verkehrsentwicklungsplan der Stadt. Sie verdeutlichte, dass die größte Herausforderung oft nicht das Bauen neuer Radwege an sich ist, sondern das Überzeugen der Menschen von deren Nutzen. Ein erfolgreicher Plan zeige sich in zehn Jahren daran, dass er das Stadtbild spürbar belebt hat.
ÖPNV mit Imagegewinn: Sebastian Eßbach (Geschäftsführer der Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau) stellte sich der Frage, wie überzeugte Autofahrer zum Umstieg bewegt werden können. Das Ziel müsse sein, das Image des öffentlichen Nahverkehrs weiter positiv aufzuladen und Barrieren im Kopf abzubauen.
Gesundheit: Lukas Wiechert (Leiter Regionalcenter Zwickau, AOK Plus) beleuchtete die Kehrseite des aktuellen, autozentrierten Systems, das durch Bewegungsmangel und Dauerstress im Verkehr physischen sowie psychischen Einfluss auf unsere Gesundheit verursacht. Er plädierte dafür, „Gesundheit“ und „gesunde Bewegung“ als feste Kriterien in jede kommunale Verkehrsplanung einfließen zu lassen.
In einer abschließenden „Blitzrunde“ waren sich alle Akteure einig, dass in einer lebenswerten Stadt sich alle Verkehrsteilnehmer sicher bewegen, gleichberechtigt mit der nötigen Rücksicht und gerne im öffentlichen Raum.
Das Organisationsteam zeigt sich begeistert von der durchweg positiven Resonanz und dem sportlichen Einsatz. „Ein riesiges Dankeschön gilt allen, die gestern Abend kräftig in die Pedale getreten haben, um die Leinwand am Laufen zu halten.“, sagt Susan Bergelt vom Organisationsteam. „Ein ebenso großer Dank geht an unsere Partner, die diesen Abend erst möglich gemacht haben: die AOK Plus mit ihrem Gesundheitsstand und der Körperanalyse, der Cocktailchef aus Meerane für die Erfrischungen, die Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. für die sanitätsdienstliche Absicherung und den besonderen Einsatz auf dem Tandem sowie der Studentenclub Tivoli e. V. für das Catering.“
Mitstreiter für die Zukunft gesucht
Das Fahrradkino an der Mulde war ein Kooperationsprojekt der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ), dem Forschungszentrum ubineum sowie der Stadt Zwickau und gleichzeitig der Zielpunkt der OB-Radel-Tour mit Oberbürgermeisterin Constance Arndt.
Das Organisationsteam möchte das erfolgreiche Format weiterführen und ausbauen. Für die Zukunft werden engagierte Unterstützer, Unternehmen und Partner gesucht, die die Idee des fahrradbetriebenen Kinos weiterverfolgen, neue Formate ausprobieren und gemeinsam sprichwörtlich „neue Energie“ für innovative Dialoge in Zwickau erzeugen wollen.
Interessierte können sich direkt an das Forschungszentrum ubineum oder die WHZ wenden.
Ihre Ansprechpartnerin
Frau Susan Bergelt
Transferbeauftragte / Smart University Grid Saxony5
E-Mail: susan.bergelt@whz.de
+49 (0) 375 536 2302