Abstract Kapitel J ZwIKSprache N. 8 (2025)
Handlungsorientierte Fremdsprachendidaktik: Überlegungen zu Inhaltsverzeichnissen in DaF-Lehrwerken
Liliia Bezugla
DOI: https://doi.org/10.34806/9783946409120-j
Zusammenfassung:
Der Artikel untersucht den handlungsorientierten Ansatz in DaF-Lehrwerken und analysiert dabei insbesondere die Inhaltsverzeichnisse von 18 Lehrwerken aus den Jahren 1979 bis 2022. Im Fokus stehen die Formulierungen von Sprachhandlungen und Unterschiede in der Interpretation des Handlungsbegriffs. Es wird festgestellt, dass moderne Lehrwerke oft kontroverse Formulierungen enthalten, die den handlungsorientierten Ansatz nicht optimal unterstützen. Während der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen (Glaboniat et al. 2017) eine enge, sprachdidaktisch fundierte Definition von Sprachhandlungen verwendet, neigen die Autor/innen der Lehrwerke dazu, den Begriff weit zu fassen und mit Kommunikation gleichzusetzen. Diese Diskrepanz führt zu Unklarheiten in der didaktischen Umsetzung. Der Artikel argumentiert, dass die enge Interpretation des Handlungsbegriffs sinnvoller ist, da sie eine klare Verbindung zwischen sprachlichen Mitteln und kommunikativen Zielen ermöglicht. Dies eröffnet umfassendere Möglichkeiten für die Entwicklung von Aufgaben, die den Lernprozess im DaF-Unterricht fördern.
Schlagwörter: Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen, Inhaltsverzeichnis, Lehrwerkanalyse, Sprachhandlung.
Abstract:
The article examines the speech-action-oriented approach in German as a foreign language textbooks and particularly analyses the tables of contents of 18 textbooks from 1979 to 2022. The focus is on the formulations of speech acts and differences in the interpretation of the concept of action. It is found that modern textbooks contain controversial formulations that do not align with the principles of speech-action-oriented didactics. This discrepancy arises from differing interpretations of the concept of action: while authors of textbooks tend to adopt a broad understanding equating action with communication, the Common European Framework of Reference for Languages (Glaboniat et al. 2017) supports a narrower definition of speech acts. This distinction is justified from a language didactic perspective and underscores the importance of clear links between intentions and linguistic means to foster diverse communicative tasks and learning activities.
Keywords: textbook analysis, Common European Framework of Reference for Languages, table of contents, speech act.
Zitiervorschlag:
Rentel, Nadine (2025): «Die Kundenkommunikation von Fluggesellschaften in den sozialen Medien im interkulturellen Vergleich: Das Beispiel der Facebookseiten von Air France und Austrian Airlines», in: Johnen, Thomas/ Rink-Neave, Thomas/ Wetzel, Emilia (eds.): Theoretische und praktische Zugänge zur Wissenschafts- und Fachkommunikation und innovative Ansätze zur Fremdsprachendidaktik: Festschrift für Ines-Andrea Busch-Lauer zum 65. Geburtstag. Zwickau: Westsächsische Hochschule Zwickau, Fakultät Angewandte Sprachen und Interkulturelle Kommunikation (ZwIKSprache; 8), 270-303. ISBN: 978-3-946409-12-0; DOI: https://doi.org/10.34806/9783946409120-i