Bankenstudie 2025: ESG-Faktoren in der Kreditvergabe
Die Bankenstudie 2025 untersucht, wie deutsche und österreichische Banken ESG-Faktoren in der Kreditvergabe und im Kreditmonitoring berücksichtigen. Im Mittelpunkt stehen die genutzten Datenquellen, die Ausgestaltung von ESG-Scorings sowie die Frage, ob Nachhaltigkeitsinformationen bereits Einfluss auf Kreditentscheidungen und Kreditkonditionen entfalten.
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Bankenstudie 2025
Zur Berücksichtigung von ESG-Faktoren in der Kreditvergabe und im Kreditmonitoring deutscher und österreischicher Banken
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Zentrale Ergebnisse
An der Befragung nahmen 64 Banken aus Deutschland und Österreich teil. Die Ergebnisse zeigen, dass ESG-Faktoren in der Kreditvergabe grundsätzlich präsent sind, jedoch noch nicht durchgehend in Entscheidungs- und Konditionenmodelle integriert werden.
- ESG-Berücksichtigung: Viele Banken berücksichtigen Nachhaltigkeitsaspekte im Kreditvergabeprozess, jedoch nicht immer als durchgängigen Standard.
- Datenquellen: Kundengespräche und ESG-Selbstauskünfte bilden die wichtigste Grundlage der Nachhaltigkeitsbeurteilung.
- ESG-Scoring: ESG-Informationen fließen häufig in separate Scoring-Ansätze ein; eine verpflichtende Integration in das interne Kreditrating ist bislang weniger verbreitet.
- Wirkung: Negative ESG-Scores wirken stärker auf Kreditentscheidungen als positive Scores.
- Kreislaufwirtschaft: Informationen zu Kreislaufwirtschaft und Ressourcennutzung sind in der Kreditbewertung bislang kaum als eigenständige Kriterien verankert.
Hintergrund der Studie
Nachhaltigkeitsinformationen gewinnen im Firmenkundengeschäft der Banken zunehmend an Bedeutung. Regulatorische Anforderungen, Erwartungen der Aufsicht und der Transformationsdruck in der Realwirtschaft führen dazu, dass ESG-Faktoren stärker in Kreditprozesse, Risikobeurteilungen und Kreditmonitoring einbezogen werden.
Gleichzeitig verändern sich die regulatorischen Rahmenbedingungen dynamisch. Die Diskussion um die Omnibus-Initiative zeigt dieses Spannungsfeld deutlich: Mögliche Entlastungen bei Berichtspflichten für Unternehmen führen nicht automatisch zu geringeren Anforderungen für Banken. Wenn weniger standardisierte Nachhaltigkeitsdaten verfügbar sind, steigt für Kreditinstitute die Herausforderung, ESG-Risiken dennoch belastbar zu beurteilen.
Die Bankenstudie 2025 setzt an dieser Schnittstelle an und untersucht, wie ESG-Faktoren in der Bankpraxis tatsächlich verarbeitet werden.
Projektkontext und Kontakt
Die Studie entstand im Rahmen des interdisziplinären Nachwuchsforscherprojekts „FungiMat“ an der Westsächsischen Hochschule Zwickau. Sie ist dem Teilprojekt 6 „Nachhaltigkeitsberichterstattung und Kapitalkosten“ zugeordnet.
Teilprojektleitung: Prof. Dr. Guido Sopp, CFE
Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Finanzwirtschaft
Westsächsische Hochschule Zwickau
+49 375 536 3268
+49 375 536 47 3104
guido.sopp[at]whz.de